Ronja Räubertochter
 

In der Nacht, als Ronja geboren wurde, rollte der Donner über die Berge, ja, es war eine Gewitternacht, dass sich selbst alle Unholde, die im Mattiswald hausten, erschrocken in ihre Höhlen und Schlupfwinkel verkrochen. Nur die wilden Druden liebten Gewitter mehr als jedes andere Wetter und flogen mit Geheul und Gekreisch um die Räuberburg auf dem Mattisberg. Es gewitterte so sehr, dass die Mattisburg hoch oben auf dem Mattisberg mitten durchbrach. Ronjas Kinderleben begann großartig.

Borka, das war der Erzfeind der Mattissippe, so wie Borkas Vater und Großvater die Erzfeinde von Mattis' Vater und Großvater gewesen waren. Ja, seit Menschengedenken hatten sich die Borkasippe und die Mattissippe in den Haaren gelegen. Räuber waren sie allesamt seit Urzeiten gewesen und der Schrecken aller ehrbaren Leute, die mit Pferd und Wagen voller Lasten durch die tiefen Wälder ziehen mussten, wo die Räuber hausten.

Von all dem wusste Ronja nichts, dazu war sie noch zu klein. Sie ahnte nicht, dass ihr Vater ein gefürchteter Räuberhauptmann war. Für sie war er nur der bärtige, gutmütige Mattis, der lachte und sang und schrie und sie mit Brei fütterte. Ihn hatte sie lieb.

Als Ronja älter wurde und die Erlaubnis bekam, frei im Wald herumzustreifen, sagte ihr Vater: "Hüte dich vor den Wilddruden und den Graugnomen und den Borkaräubern."

Aber nichts wurde, wie sich Räuber Mattis das gedacht hatte. Ronja freundete sich mit Birk, Borkas Sohn, an. Sie wurden die besten Freunde und kämpften zusammen für Frieden und Gerechtigkeit.
 

Ronja und Birk

Illustrationen: Ilon Wikland
Foto: Aus dem Film "Ronja die Räubertochter"