Rasmus och  luffaren Oskar

Rasmus på luffen
 
 
Rasmus hat keine Eltern. Er wohnt in einem Waisenhaus, wo es streng zugeht, aber es ist trotzdem lustig. Er hat ja seinen besten Freund Gunnar. Natürlich wäre es noch schöner, eigene Eltern zu haben. Hin und wieder kommen kinderlose Leute ins Waisenhaus, um sich ein Kind auszusuchen. Aber sie wollen keinen Jungen mit glatten Haaren. Immer suchen sie sich ein Mädchen mit Locken aus. Rasmus erkennt, dass er die Sache selbst in die Hand nehmen muss, wenn er jemals eigene Eltern finden will. Er brennt durch ...

Schon am ersten Morgen trifft er einen Landstreicher. Sie haben in derselben Scheune übernachtet. "Sind Sie von zu Hause durchgebrannt?", fragte er vorsichtig. Der Bärtige lachte. "Sie ... seh ich aus wie 'n Herr, was? Ob ich von zu Hause durchgebrannt bin? Doch doch, das stimmt schon", sagte er und lachte noch mehr. "Sind Sie denn ein Landstreicher?", fragte Rasmus.

"Tu mir 'n Gefallen und hör auf mit dem Sie-Sagen. Ich heiß Oskar." Er richtete sich im Heu auf und Rasmus sah, dass er ein Landstreicher sein musste, denn er hatte so schäbige Sachen an, eine karierte, blank gewetzte Jacke und ausgebeulte Hosen. Er war groß und breit und sah ganz freundlich aus, und wenn er lachte, glänzten seine Zähne so weiß in seinem bärtigen Gesicht. "Landstreicher, sagst du ... haste jemals von Paradies-Oskar gehört? Der bin ich. Landstreicher des Paradieses und Gottes Zaunkönig, das bin ich."

Rasmus fragt, ob sie nicht zusammen weiterwandern können - und so beginnt ihr gewundener und aufregender gemeinsamer Weg. Ganz genau, wie Rasmus sich das vorgestellt hat, wird es nicht. Aber es geht trotzdem ziemlich gut. Es passiert so viel, wenn man auf die Walze geht ...

 

 
 

Oskar och två poliser

Illustration: Horst Lemke
Foto: Aus dem Film "Rasmus und der Vagabund"